Seit 1. Februar ist Dr. Lothar Triebel wissenschaftlicher Referent für freikirchliche Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene am Konfessionskundlichen Institut (KI) in Bensheim. Zuvor war der 52-Jährige zehn Jahre Theologischer Fachreferent der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit Schwerpunkten in der kirchenpolitischen Beratung und Gremienarbeit. Ehrenamtlich ist Triebel Evangelischer Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Darmstadt und stellvertretendes Mitglied der Synode der EKD.

Besondere Begegnungen mit Menschen aus dem freikirchlichen Bereich prägten den gebürtigen Frankfurter bereits in seiner Jugend. Die Themen Taufe, Kirchensteuer und Beamtenstatus des Pfarrpersonals beschäftigen den Theologen bis heute. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie und Judaistik in Heidelberg, Jerusalem und Tübingen promovierte Triebel in Judaistik an der Freien Universität Berlin, einer seiner Doktorväter ist Methodist. Von 2002 bis 2007 war er Gemeindepfarrer in Mainz-Ebersheim und Zornheim, von 1998 bis 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Christentum und Antike der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.

„Es gibt bei Mitgliedern der Landeskirchen häufig wenig Wissen über die Freikirchen“, beobachtet Triebel, „ich möchte daran arbeiten, das zu ändern“. Wichtig ist ihm, der zwei Mal ein Jahr im Ausland gelebt hat, die internationale Dimension im Blick zu haben: „Viele Freikirchen sind ohne ihren weltweiten Kontext überhaupt nicht verstehbar.“ In Deutschland sieht der neue Referent eine Herausforderung in den schnell wachsenden charismatischen Gemeinden mit ihren ganz eigenen Strukturen.

Zu seinen Aufgaben im KI gehören unter anderem die Beobachtung von Leben und Lehre der klassischen Freikirchen im In- und Ausland, die Begleitung der ökumenischen Arbeit freikirchlicher Bünde und Zusammenschlüsse und die Auswertung der Arbeit ev.-reformatorischer Netzwerke.