Patriarch Bartholomaios I. mit Teilnehmer*innen der Tagung (Copyright: Fr. Elìas Al Bdeiwi, Rom)

Vom 16.-20. September 2019 fand in Rom der 24. Internationale Kongress der „Society for the Law of Eastern Churches” statt. Diese Vereinigung von Kirchenrechtlern aus der römisch-katholischen Kirche, verschiedenen mit Rom unierten Ostkirchen, Orthodoxen der byzantinischen wie der orientalischen Tradition, aus der anglikanischen und protestantischen Kirchen wurde vor 50 Jahren gegründet und nahm dieses Jubiläum zum Anlass, sich mit der Frage zu beschäftigen, inwieweit das Kirchenrecht im ökumenischen Dialog eine Rolle spielt. Dazu war der Ökumenische Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel, ein Gründungsmitglied der Gesellschaft, als Hauptredner eingeladen, der die zentrale Bedeutung des kanonischen Rechtes für die Beteiligung der Orthodoxen Kirche in der Ökumene hervorhob und den ökumenischen Dialog als das Werk Christi darstellte. Zahlreiche weitere Vorträge beschäftigten sich mit Einzelfragen der Ökumene, wie die Frage nach der Abgrenzung von „Häresie“ und „Heterodoxie“ im orthodoxen Bereich, die Frage der gegenseitigen Anerkennung der Taufe, das Verständnis von „Primat“ oder auch die Frage der Mischehen.

Die Orthodoxiereferentin Dr. Dagmar Heller war als Gast auf der Tagung und nutzte dies einerseits zur Vertiefung der angesprochenen Themen aus der kirchenrechtlichen Perspektive und andererseits zur Kontaktpflege bzw. zum Knüpfen neuer Kontakte in die internationale Fachwelt.