Daniel Lenski

Zum 01. Juli hat Pfarrer Daniel Lenski die neu eingerichtete Referentenstelle für Anglikanismus und Weltökumene beim Konfessionskundlichen Institut in Bensheim angetreten. Der 33-jährige Theologe und Politikwissenschaftler promoviert zurzeit zur Geschichte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile, davor absolvierte er sein Spezialvikariat im Büro des Lutherischen Weltbundes und der Evangelical Church in America bei den Vereinten Nationen in New York. Auslandserfahrung sammelte er darüber hinaus in Afrika und Lateinamerika. Besonders die Kirchen des globalen Südens mit ihren teils charismatischen, teils befreiungstheologischen Einflüssen interessieren den gebürtigen Hessen.

Mit der Einrichtung des neuen Referates will das KI seine internationale Ausrichtung und Vernetzung fördern und stärken. „Die in der Anglikanischen Gemeinschaft verbundenen Kirchen sind sowohl für die Konfessionskunde als auch für die ökumenischen Beziehungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von großer Bedeutung“, erläutert KI-Direktorin Dr. Mareile Lasogga. „Aufgrund der weltweiten Verortung der anglikanischen Kirchen lag es nahe, die Beobachtung und Begleitung der Ökumene auf Weltebene mit dem Anglikanismus zu verbinden.“

Zu Lenskis Aufgaben gehört es, den Kontakt zum Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), dem Lutherischen Weltbund (LWB) und der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) zu pflegen, wissenschaftliche Expertisen zu erstellen und konfessionskundliche Fortbildungen für Multiplikatoren anzubieten. „Wir freuen uns, dass wir mit Daniel Lenski einen ökumenisch erfahrenen und mit der Arbeit der kirchlichen Weltbünde vertrauten Referenten gewinnen konnten“, so Lasogga.

Im Zuge der Neuausrichtung der Arbeit des KI hatte das Kuratorium des Instituts den bisherigen Zuschnitt der Fachreferate einer Prüfung unterzogen und Neuerungen vorgenommen. So wurden die ehemals auf zwei Referate verteilten Aufgaben im Bereich „Catholica“ in einem Referat zusammengeführt. Der Bereich des Altkatholizismus wurde dem Catholica-Referat von Pfarrer Martin Bräuer übertragen. Der stellvertretende KI-Leiter ist ein ausgewiesener Kenner des katholischen Christentums in seinen vielfältigen Gestalten und Ausdrucksformen. Für das ehemalige Referat „Catholica II“ wurde das neue Stellenprofil „Anglikanismus und Ökumene auf Weltebene“ eingerichtet. Mit Pfarrer Daniel Lenski wird das Referat erstmals besetzt. Darüber hinaus hat das KI weitere Fachreferate für die Bereiche Orthodoxie, Freikirchen und – auf ehrenamtlicher Basis – Pfingstkirchen.

Über das KI

Das Konfessionskundliche Institut (KI) versteht sich als kritische Beratungsinstanz des Evangelischen Bundes, der EKD und ihrer Gliedkirchen. Es beobachtet und bewertet aktuelle Entwicklungen in der Ökumene, begleitet ökumenische Prozesse und theologische Diskurse und setzt sich auch mit ökumenisch relevanten ethischen Fragestellungen auseinander. Darüber hinaus werden gesellschaftliche, politische und kulturelle Entwicklungen analysiert und Impulse zu aktuellen Diskursen gegeben, die konfessionskundlich bzw. ökumenisch relevant sind.

Die Mitarbeitenden arbeiten eng mit Vertretern von Forschung und Lehre zusammen, beraten kirchenleitende Personen und Gremien und bieten Fortbildungen für Theologinnen und Theologen im Gemeinde- und Schuldienst an. Im Rahmen von Tagungen, Seminaren und Vortragsarbeit fördert das KI den theologischen Austausch. Eigene Publikationen, wie die Fachzeitschrift „Materialdienst des konfessionskundlichen Instituts“, informieren über den aktuellen Stand der konfessionskundlichen Forschung und ökumenischen Entwicklung.