Eine deutliche Mehrheit der US-Amerikaner ist für eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare: 57 Prozent würden einen solchen Schritt begrüßen, 39 Prozent sind dagegen. Damit hat sich das Verhältnis von Befürwortern und Gegnern in den vergangenen zehn Jahren praktisch umgekehrt, wie aus einer am Montag in Washington veröffentlichten Umfrage des Pew Research Centers hervorgeht. Große Unterschiede gibt es weiterhin zwischen den politischen
Lagern und den Konfessionen. Demnach unterstützen 65 Prozent von Wählern der Demokraten und ein ebenso hoher Anteil der politisch Ungebundenen die sogenannte Homo-Ehe; unter Republikanern sind es 34 Prozent. Die Zustimmung wuchs in allen Gruppen, besonders in der Mitte des ideologischen Spektrums. 72 Prozent der Demokraten wie der Republikaner und 74 Prozent der Unabhängigen nannten es “unausweichlich”, dass die gleichgeschlechtliche Ehe einmal gesetzlich anerkannt werde.
Religion spielt nach wie vor eine Rolle in der Beurteilung der “Homo-Ehe”: Während die Zustimmung unter Katholiken (56 Prozent) und Mitgliedern der großen protestantischen Kirchen (62 Prozent) in der Größenordnung des gesamtgesellschaftlichen Durchschnitts liegt, lehnen weiße Evangelikale eine Zulassung der gleichgeschlechtlichen Ehe zu 70 Prozent ab; 27 Prozent sind dafür. Umgekehrt wollen 85 Prozent der religiös Ungebundenen Schwule und Lesben heiraten lassen, 11 Prozent sind dagegen. Häufige Kirchgänger stehen der “Homo-Ehe” seltener positiv gegenüber (34 Prozent) als Christen, die weniger als einmal wöchentlich einen Gottesdienst besuchen (68 Prozent). Dass es zwischen Homosexualität und religiösen Überzeugungen einen harten Konflikt geben kann, meinen gesamtgesellschaftlich 27 Prozent. 76 Prozent sehen zwischen beiden Bereichen kein Spannungsverhältnis.
Beträchtliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Generationen: 39 Prozent der vor 1945 Geborenen sprechen sich für eine Heiratsmöglichkeit gleichgeschlechtlicher Paare aus; bei den nach 1980 Geborenen sind es 73 Prozent. Auch Schwarze und Weiße beurteilen die “Homo-Ehe” verschieden: Die Mehrheit der Schwarzen (51 Prozent) lehnt sie ab, die Mehrheit der Weißen (59 Prozent) befürwortet sie. Allein seit 2012 nahm die Zustimmung bei Weißen um 10 Prozentpunkte zu.
Homosexuelle Paare dürfen laut dem Pew Research Center bislang in 36 US-Bundesstaaten heiraten. Das Oberste Gericht in Washington hat derzeit darüber zu befinden, ob es ein allgemeines Recht auf Eheschließungen auch für Homosexuelle in anderen Bundesstaaten gibt. Für die Erhebung hatte das Pew Research Center 2.002 Erwachsene Mitte Mai befragt.
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