v.l. Prof. Andrei Danilow (Minsk), Dr. Sergii Bortnyk (Kiew), Metr. Hilarion (Alfeyew), P. Prof. Dr. Guido Vergauwen (Fribourg), Prof. Dr. Barbara Hallensleben (Fribourg)

Die Orthodoxiereferentin des Konfessionskundlichen Instituts ist derzeit Mitglied im Vorstand der Gesellschaft zum Studium des Christlichen Ostens (GSCO) und war in dieser Funktion mit verantwortlich für die Organisation der Jahrestagung der GSCO, die dieses Jahr am 31. Mai/1. Juni in Fribourg (Schweiz) stattfand.

Außer der üblichen Mitgliederversammlung standen zwei Schwerpunkte im Mittelpunkt des inhaltlichen Teils der Tagung: Aus dem Bereich der orientalisch-orthodoxen Tradition standen die chaldäischen Christen im Irak im Fokus und zum anderen ging es um die Russische Orthodoxe Kirche.

Damit war der erste Tag geprägt durch zwei Vorträge von inzwischen in der Schweiz lebenden Vertretern der chaldäisch-katholischen Kirche, Naseem Asmaroo und Dr. Ghazwan Youssif Baho, die sehr lebendig und mit Hilfe von Photos die Situation der Christen im Irak während und nach der Herrschaft des Islamischen Staates darstellten. Gemeinsam mit der chaldäischen Gemeinde in Fribourg feierten die Tagungsteilnehmer*innen die Messe im antiochenischen Ritus und wurden danach im Gemeindesaal mit einem orientalischen Essen verköstigt.

Orthodoxiereferentin Dr. Dagmar Heller zusammen mit v.l. Prof. Dr. Andreas Müller (Kiel), Prof. Dr. Karl Pinggéra (Marburg), Dr. Johannes Oeldemann (Johann-Adam-Möhler-Institut, Paderborn) Photo: Anna Briskina-Müller

Der zweite Teil der Tagung stand unter dem Thema „Russland – Ukraine – Belarus: A Common Civilizational Space?“. Hierzu hielten Metropolit Hilarion von Volokolamsk (Alfeyew) – Leiter des Kirchlichen Außenamtes der Russischen Orthodoxen Kirche -, Dr. Sergii Bortnyk – Dozent an der geistlichen Akademie in Kiew und Referent beim kirchlichen Außenamt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat) – sowie Professor Andrei Danilow – Dozent an der Theologischen Fakultät der European Humanities University in Minsk – jeweils einen Vortrag aus der Sicht ihres jeweiligen Kontextes. Dabei wurde deutlich, dass die Russische Orthodoxe Kirche großen Wert darauf legt, ihre Einheit als nationenübergreifende Größe zu bewahren, aber gleichzeitig den Ortskirchen (in diesem Fall in Belarus und in der Ukraine) Freiheit und weitgehende Eigenständigkeit zuzugestehen. Gleichzeitig stellte sich auch heraus, dass die gesellschaftliche Situation und damit auch die Beziehung der jeweiligen Bevölkerung zur orthodoxen Kirche in den drei Ländern sehr unterschiedlich ist.

Außer den beiden thematischen Schwerpunkten fand auf dieser Tagung die Verleihung des alle zwei Jahre vergebenen GSCO-Preises für Nachwuchswissenschaftler*innen im Bereich Ostkirchliche Studien statt.  Dieser Preis ging in diesem Jahr an zwei Personen:  Anna (Sr. Faustyna) Kadzielawa und Ramez Mikhail, für ihre Dissertationen, die beide an der Universität in Wien geschrieben wurden.