KI – Konfessionskundliches Institut, EB – Evangelischer Bund, Zentralvorstand im Wolfgang-Sucker-Haus in Bensheim an der Bergstraße. Foto: Regina Trabold

Der langjährige Leiter des Konfessionskundlichen Instituts (KI), Prof. Dr. Reinhard Frieling, nimmt nach wie vor aktiv und engagiert Teil am ökumenischen Diskurs. Trotzdem hat er sich jetzt von einem größeren Teil seiner Dutzende von Regalmetern umfassenden Privatbibliothek getrennt, um sie Hochschulen, Lehrenden und Studierenden nutzbar zu machen. Dafür hat er die Referent*innen des KI um Mithilfe gebeten. Unter Federführung des Freikirchenreferenten Dr. Lothar Triebel wurde eine vierstellige Zahl von Büchern abgeholt. Nach einer Vorsortierung im KI oblag es der Bibliothekarin des KI, Simone Leimenstoll, bezüglich einer dreistelligen Anzahl von Büchern zu ermitteln, ob es sie in der Bibliothek des KI schon gibt und falls nein, sie zu katalogisieren und in die Institutsbibliothek zu integrieren.

Für zahlreiche weitere Bücher wurden bereits interessierte Abnehmer gefunden. Dafür nur ein paar Beispiele: Dutzende von Büchern gingen ans Ibero-Amerikanische Institut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nach Berlin – Reinhard Frieling war seinerzeit einer der ersten deutschsprachigen nichtkatholischen Forscher, der sich intensiv mit der südamerikanischen Befreiungstheologie beschäftigte. Zu den Früchten seiner ausgedehnten Studienreisen und intensiven Lektüre gehören mehrere Publikationen in diesem Themenbereich (s. u.a. Reinhard Frieling: Befreiungstheologien: Studien zur Theologie in Lateinamerika; 1984). Dass selbst diese große Berliner Fachbibliothek vieles noch nicht besaß, was im Haus Frieling stand, spricht nochmals für den weiten Horizont des Wissenschaftlers Frieling und die Durchdringungstiefe, mit der er seine Themen bearbeitete.

Etliche Jahrgänge einer seltenen Zeitschrift, Protestantische Rundschau, gingen an die Bibliothek der Augustana-Hochschule Neuendettelsau. Mehrere Bücherkisten wurden in die Hochschule des Bundes Freier evangelischer Gemeinden nach Ewersbach gebracht. Die Arbeitsgruppe „Kontakte zu Konfessionen und Religionen“ der Neuapostolischen Kirche wurde ebenfalls mit einigen Bänden versorgt. Für die Mitarbeitenden des Tübinger Instituts für antikes Judentum und hellenistische Religionsgeschichte war an einem Tag „Weihnachten und Ostern gleichzeitig“, wie der Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Michael Tilly berichtete, nachdem drei Kisten Exegetica Frielings dort verteilt worden waren.

Wer immer zur Zeit ins Wolfgang-Sucker-Haus kommt, ist eingeladen, sich mit Literatur aus dem Haus Frieling zu versorgen, wovon schon viele Gäste Gebrauch gemacht haben. Nicht zuletzt aber profitieren die Referent*innen des KI von dem reichen Bücherschatz: Die jeweiligen Handbibliotheken in den Zimmern der Referate sind erheblich bereichert worden und ermöglichen so Nachschlagen in vielen Standardwerken in Sekundenschnelle. Und die ebenfalls für das KI gesicherten ökumenewissenschaftlichen und -politischen Handakten Frielings dürften noch für kommende Forschergenerationen eine wissenschaftliche Fundgrube sein.