Die Institutsleiter

1947 bis 1963  Professor D. Wolfgang Sucker (1905 – 1968)
1963 bis 1981  Professor D. Joachim Lell (1916 – 1993)
1982 bis 1999  Professor Dr. Reinhard Frieling (geb. 1936)
1999 bis 2000  Professor Dr. Jörg Haustein (1957 – 2004)
2001 bis 2007  Professor Dr. Michael Plathow (geb. 1943)
2007 bis 2015  Dr. Walter Fleischmann-Bisten (geb. 1950)
seit Dez. 2015  Dr. Mareile Lasogga (geb. 1965)

Ihre Positionierungen

Wolfgang Sucker: „Evangelische Konfession ist offen und dialogbereit“

„Die reformatorische Aufgabe der evangelischen Konfession bleibt auch bei uns in Deutschland. Sie bedeutet offenen Dialog, mit allen, mit der Römisch-Katholischen Kirche, mit den Freikirchen, mit den Sekten, mit den Atheisten.”

 

Joachim Lell: „Evangelische Fragen an die römisch-katholische Kirche“Ökumenische Einigung kann nicht mit einem übergeordneten statischen Einheitsbegriff arbeiten, sondern allenfalls mit Zielvorstellungen, die höchste Aktivität auslösen: etwa “Friede zwischen den Konfessionen”. Hat sich dann erst einmal menschliches Vertrauen zwischen den Gesprächspartnern gebildet, denn werden sie auch die Grundlagenfragen stellen müssen: Warum hat das Zweite Vatikanische Konzil die Mittlerstellung der katholischen Kirche noch weiter ausgebaut? Trotz aller Reformen scheint sich daran nichts geändert zu haben, daß das Verhältnis zur römischen Kirche über das Verhältnis zu Christus entscheidet. Die so viel gerühmten Strukturveränderungen durch die Aufnahme von Begriffen wie ‘Kollegialität’, ‘Volk Gottes’, ‘Dienstgemeinschaft’, ‘Partizipation der Laien an den Ämtern Christi’, kurz: die Auflockerung der Statik durch den Dialog als Bewegung – das alles haben wir mit Freude verfolgt. Und doch bleibt die Grundfrage des Evangeliums bestehen, warum sich die römisch-katholische Kirche als eine überpersonale, übernatürliche, übergeschichtliche oder metahistorische Größe, als Sakrament, als Repräsentantin Jesu Christi versteht und sich in der unbefleckt empfangenen und leiblich bereits in den Himmel aufgenommenen Jungfrau symbolisiert?

(Joachim Lell, Evangelische Fragen an die römisch-katholische Kirche, Bensheimer Hefte 32, 1967, 27.)

Reinhard Frieling: „Gemeinschaft mit, nicht unter dem Papst“

„Kirchengemeinschaft mit dem Papst ist möglich, wenn ein gemeinsames Verständnis des Evangeliums artikuliert ist und wenn der Papst von den nicht-römisch-katholischen Christen keine Anerkennung des Jurisdiktionsprimats und des Unfehlbarkeitsdogmas fordert. Eine konziliare Gemeinschaft der Konfessionen ist eine biblisch angemessene und realistische Möglichkeit, die Gemeinschaft mit dem Papst und die Einheit der universalen Kirche darzustellen. Der Papst kann als Oberhaupt der größten christlichen Kirche Initiativen für die Gesamtkirche ergreifen und in außergewöhnlichen Situationen in Absprache mit den anderen im Namen der ganzen Christenheit sprechen.“

(Reinhard Frieling, Gemeinschaft mit, nicht unter dem Papst. Vor dem Papstbesuch in Deutschland, in: epd-Dok. Nr. 26a/96 vom 17. Juni 1996.)

Jörg Haustein:

„Konfessionskunde heißt: Den Nächsten kennen wie sich selbst”

Michael Plathow:
„Rechenschaft geben von der Hoffnung, die in uns ist”

„Das Leitbild und die Zielsetzung des Konfessionskundlichen Instituts “Evangelisch und Ökumenisch” bedeutet darum: “Evangelisch” in der ökumenischen Offenheit und “Ökumenisch” in evangelisch-reformatorisch-protestantischer Profilierung. Identität und Verständigung in dialogischer Differenz und Offenheit verbinden sich. D.h.: Verstehen des Anderen in Kritik und Selbstkritik; sich im Spiegel des Anderen neu wahrnehmen durch eine “Hermeneutik des Vertrauens”, “Gemeinschaft in versöhnter Verschiedenheit” leben im Gebet, Zeugnis und Dienst auf dem Weg zu mehr Gemeinschaft der Kirchen.“

fleischmann-bristenWalter Fleischmann-Bisten:
„Die Leuenberger Kirchengemeinschaft als erfolgreiches Ökumenemodell“

„Konfessionskunde in evangelischer und ökumenischer Verantwortung heißt für mich zuerst innerprotestantische Ökumene. Der Blick auf unsere nächsten Konfessionsverwandten ist unverzichtbar. Die Vorbereitungen für „2017 – 500 Jahre Reformation“ machen das theologische Erbe wie den kulturellen und spirituellen Reichtum des Protestantismus deutlich. Die „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa – Leuenberger Kirchengemeinschaft“ ist das anerkannte, erfolgreiche und mich faszinierende evangelische Ökumenemodell.“