Zentrale liturgische Handlung der katholischen Kirche ist die Eucharistiefeier, meist Heilige Messe oder einfach Messe genannt. In der Einleitung zum Messbuch heißt es: „Als Werk Christi und des hierarchisch gegliederten Volkes Gottes ist die Feier der heiligen Messe für die Welt- und Ortskirche wie auch für jeden einzelnen Gläubigen Mitte des ganzen christlichen Lebens. Denn in ihr findet das Wirken Gottes seinen Höhepunkt, durch das er in Christus die Welt heiligt, aber auch der Kult, den die Menschen dem Vater erweisen, indem sie ihn durch Christus, seinen Sohn, im Heiligen Geist verherrlichen. In der Eucharistiefeier werden zudem die Mysterien der Erlösung im Jahresablauf so begangen, dass sie in je bestimmter Weise gegenwärtig werden. Alle anderen gottesdienstlichen Feiern und alle Werke christlichen Lebens stehen mit der Messe in Zusammenhang: sie gehen aus ihr hervor und führen zu ihr hin.“

Deshalb gehört die Teilnahme an der sonn- und feiertäglichen Messe zu den Kirchengeboten; wer den Gottesdienst ohne gewichtigen Grund versäumt, “begeht eine schwere Sünde” (KKK 2181). Dahinter steht die katholische Überzeugung, dass der Gottesdienst und somit die Liturgie keine Privatsache ist, sondern eine gemeinschaftliche Feier der Kirche, das „Sakrament der Einheit“ des Volkes Gottes unter dem Bischof. Die Teilnahme ist natürlich nicht auf die Menschen beschränkt. Es ist ja Christus selbst, der zelebriert. Wenn die Kirche singt und betet, ist Er da. Wenn das Wort Gottes gelesen wird und wenn die Sakramente gefeiert werden, ist Er anwesend. Gott und Mensch sind aufeinander bezogen; in der Sprache des Konzils gesprochen: Gott wird verherrlicht und die Menschen werden geheiligt. Die Kirche feiert nicht sich selbst, sondern das Pascha des Herrn, das Mysterium des Lebens, Todes und der Auferstehung Jesu Christi.

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