Die Charta Oecumenica ist ein Text, den alle Kirchen Europas gemeinsam erarbeitet haben. Die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland haben sie auf dem 1. Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin unterzeichnet. Die Kirchen wollen das ökumenische Miteinander auf dem europäischen Kontinent intensivieren, indem sie gemeinsame Regeln für die Praxis festlegen. Das kommt im Untertitel der Charta Oecumenica zum Ausdruck: „Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa“.

Nach dem Fall der Mauer 1989 sahen sich die Kirchen vor neuen Aufgaben. In dieser Situation wollen die Kirchen „mit dem Evangelium für die Würde der menschlichen Person als Gottes Ebenbild eintreten und als Kirchen gemeinsam dazu beitragen, Völker und Kulturen zu versöhnen“. Zu jedem in der Charta behandelten Thema werden „Selbstverpflichtungen“ genannt. D.h. sie ist kein Gesetz, das den Kirchen von außen aufgezwungen wird. Es geht darum, dass die europäischen Kirchen sich selbst verpflichten, ihre Beziehungen zueinander und die gemeinsame Arbeit so zu gestalten, dass sie mindestens dem Standard der Charta Oecumenica entsprechen.

Die Charta Oecumenica will Anstoß für Begegnungen, für Gespräche und für gemeinsame Projekte sein. Für Kirchengemeinden lohnt es sich, sich mit ihr zu beschäftigen. Sie können ihre ökumenische Arbeit und ihr Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung an der Charta messen und prüfen, wo noch Handlungsbedarf besteht. Dabei können sie sich mit allen Christinnen und Christen in ganz Europa – über die Grenzen der Europäischen Union hinaus – verbunden wissen.

Charta Oecumenica