Ein kleines Virus erobert die Welt und versetzt diese in einen Ausnahmezustand. Das Virus macht weder vor Landesgrenzen noch Sprachgrenzen halt und betrifft Menschen aller Religionen. Es ist eine globale Herausforderung, auf die auch der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) zu reagieren sucht.

Eine solche Situation gab es noch nie: Dieses Virus hat es geschafft, die für März anvisierten Sitzungen des Zentral- und Exekutivausschusses kurzerhand in den Sommer zu verlegen. Eigentlich hätte ein neuer ÖRK-Generalsekretär gewählt werden sollen, eigentlich hätten nun die Planungen für die Vollversammlung 2021 energisch vorangetrieben werden sollen, eigentlich hätten wichtige Beschlüsse getroffen werden sollen. Eigentlich… Doch nun kommt alles anders. Unplanbar und unerwartet – und die Zukunft? Kaum abschätzbar. Wie soll man hierauf reagieren?

Seiner Verantwortung für die weltweite Gemeinschaft versucht der ÖRK zum einen mit einer eigens errichteten Landingpage auf seiner Webseite gerecht zu werden:  Aktuelle Informationen zur Pandemie werden hier ebenso aufbereitet wie mutmachende Geschichten und Beispiele aus Mitgliedskirchen. Die Weitergabe faktenbasierter und zuverlässiger Informationen ist hier Kernaufgabe. Dies mag im deutschen Kontext vielleicht überflüssig erscheinen, ist jedoch vor allem in den Ländern hilfreich, die nicht über anderweitige zuverlässige und vertrauenswürdige Informationskanäle verfügen. Ein aus acht Personen bestehendes Team steht den Kirchen weltweit – in beratender Funktion – zur Seite.

Und in einem sind sich die Verantwortlichen einig: Der Schutz des Lebens hat in allem Handeln oberste Priorität. Die Richtlinien der WHO seien zu befolgen, betonte daher Dr. Agnes Abuom, Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses. Sie wandte sich daher, gemeinsam mit dem inzwischen ehemaligen Generalsekretär Dr. Olav Fykse Tveit am 18. März in einem Hirtenbrief an die Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner:  Da Gott als Schöpfer, Erlöser und Lebensspender Leben schütze, sind auch die Kirchen aufgerufen, das Leben zu schützen, so der Leitgedanke des Briefs, der besonders diejenigen in den Blick nimmt, die durch Krieg und Hungersnöte vertrieben wurden, die nicht genug zum Leben haben, die diese Krise in eine wirtschaftliche Existenznot treibt.

Besondere Solidarität sei mit denen gefordert, denen der Zugang zu sauberem Trinkwasser fehlt. Anlässlich des Weltwassertags am 22. März veröffentlichte der ÖRK gemeinsam mit der ACT Alliance daher eine Erklärung, die die Wichtigkeit des Händewaschens angesichts der Pandemie betont und Kirchen und glaubensbasierte Organisationen nachdrücklich dazu auffordert, Menschen einen Zugang zu sauberem und erschwinglichem Trinkwasser zu ermöglichen. Auch hier steht die Weltgemeinschaft vor einer Herausforderung.

Ansprechpartnerin

Pfrin. Dr. Hanne Lamparter
Wissenschaftliche Referentin für Weltökumene

Telefon

06251.8433.21