Das Corona-Virus stellt alle Kirchen vor eine große Herausforderung: Gottesdienste dürfen in vielen Ländern nicht mehr stattfinden. Was bedeutet das für das Selbstverständnis der Kirche? Als evangelische Christen stehen wir nicht allein mit dieser Frage und möchten auch die anderen Kirchen nicht damit allein lassen. Daher wollen wir in den nächsten Tagen und Wochen auf dieser Webseite in lockerer Folge kurze Berichte veröffentlichen, wie andere Kirchen mit dieser Herausforderung umgehen und solche Fragen diskutieren.

Aufruf des Papstes

Der Papst selbst tritt seinen Gläubigen momentan fast nur via Livestreams gegenüber. Ob es sich um seine tägliche Messe in der Kapelle seiner Residenz Casa Santa Marta handelt oder um das sonntägliche Angelusgebet und die wöchentliche Generalaudienz – alles muss ohne Gläubige via Livestream stattfinden. Auch die Osterfeierlichkeiten sind als Livestream vorgesehen, sie werden ohne Gläubige stattfinden. Seitdem die italienische Regierung ein strengstes Ausgehverbot und die Schließung aller öffentlichen Gebäude etc. erlassen hat, ist auch der Petersdom geschlossen und der Petersplatz nicht betretbar. Die Kurienbehörden arbeiten im Notbetrieb, der vatikanische Gesundheitsdienst arbeitet eng mit dem italienischen Gesundheitsdienst zusammen.

Dennoch scheut sich der Papst nicht, auch in die Öffentlichkeit zu gehen. Er empfängt täglich noch Einzelpersonen und ging am 15. März durch die fast menschenleeren Straßen Roms zu der Kirche San Marcello al Corso, wo ein Pestkreuz aus dem 16. Jhd. aufbewahrt wird. Dort und in der Basilika Santa Maria Maggiore betete er für das Ende der Pandemie.

Für den 27. März hat der Papst zu einem weltweiten Gebet im Zeichen der Corona-Pandemie aufgerufen. Zum Abschluss des Gebetes will Franziskus auf dem leeren Petersplatz in Rom den Segen “Urbi et Orbi” spenden, der nur zu besonderen Gelegenheiten üblich ist. Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Katholiken in der Bundesrepublik aufgerufen, sich am geplanten Gebet mit dem Papst zu beteiligen.

Bereits für heute, Mittwoch, den 25. März hat der Papst zu einem überkonfessionellen Gebet für mittags um 12 Uhr aufgerufen. Alle Christen sind eingeladen, das Vaterunser zu beten. Diesem Aufruf des Papstes folgten weltweit Kirchen, so der Ökumenische Rat der Kirchen und der Lutherische Weltbund. Der Erzbischof von Canterbury hat sich dem Gebetsaufruf des Papstes ebenfalls angeschlossen und seine Kirchenmitglieder zum Gebet aufgerufen.

Ansprechpartner

Pfr. Martin Bräuer D.D.
Referat Catholica

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