Die Notwendigkeit der Kirche

Weil der liebende Gott der Herr aller Menschen ist, will er, dass alle Menschen zum Heil kommen. Die Kirche ist deshalb darauf angelegt, ihre Botschaft in aller Welt zu verkündigen. Obwohl sie als „Ur-Sakrament“ das Heil vermittelt, maßt sie es sich nicht an, über das Heil oder Unheil von einzelnen Menschen zu urteilen. Sie vertraut darauf, dass Gottes Heilsabsicht auch diejenigen Menschen umfasst, die das Evangelium von Christus ohne Schuld nicht kennen, Gott aber aufrichtig suchen und dem Ruf ihres Gewissens folgend den Willen Gottes tun. Dies ist eine Wirkung der Gnade, durch sie geheimnisvoll auf das Volk Gottes hingeordnet sind (LG 16). Die aus dem 3. Jahrhundert stammende Formulierung, dass es „außerhalb der Kirche kein Heil“ gibt, versteht sie nicht so, dass alle Nichtkatholiken vom Heil ausgeschlossen wären, sondern nur dann, wenn sie von der göttlichen Gründung der katholischen Kirche wissen, ihr aber nicht angehören wollen.

„Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollten.“ (LG 14)

Nur diejenigen, die „der Gemeinschaft der Kirche voll eingegliedert“ sind, die ihre „Heilsmittel annehmen und in ihrem sichtbaren Verband mit Christus, der sie durch den Papst und die Bischöfe leitet, verbunden sind“ (LG 14) können vollkommen darauf vertrauen, dass ihnen Heil zuteilwerden wird.

Der Ursprung der Kirche

Gott wirkt in der Geschichte der Welt. Er offenbart sich in der Geschichte Israels als der eine Gott. Diese Geschichte ist „Vorbereitung und … Vorausbild jenes neuen und vollkommenen Bundes, der in Christus geschlossen, und der volleren Offenbarung, die durch das Wort Gottes selbst in seiner Fleischwerdung übermittelt werden sollte.“ (LG 9) Die Sendung Jesu und die Sammlung der Jünger durch Christus ist die Keimzelle der Kirche. Die irdischen Zeugen Jesu führen sein Werk unter Anleitung des Heiligen Geistes weiter. Insofern gilt, dass „der Herr Jesus … den Anfang seiner Kirche [machte], indem er frohe Botschaft verkündigte, die Ankunft nämlich des Reiches Gottes.“ (LG 5)

Der Dienst der Kirche

Die Kirche ist nicht Selbstzweck, sondern hat die Aufgabe, in all ihren Lebensvollzügen der Verkündigung des Evangeliums zu dienen. Sie soll das beginnende Gottesreich verkündigen und in ihren liturgischen Handlungen den Menschen die Teilhabe am göttlichen Leben vermitteln. Dem ganzen Gottesvolk ist dabei ein priesterlicher Dienst aufgetragen, sofern sie als Glieder des Leibes Christi diesen in der Welt repräsentieren, zur Verherrlichung Gottes beitragen und den Glauben bekennen sollen.

Eine qualitativ andere Weise des Dienstes wird durch das Amt geleistet, das durch Christus eingesetzt wurde, als er die Apostel in seinen Dienst berief. „Der Amtspriester nämlich bildet kraft seiner heiligen Gewalt, die er innehat, das priesterliche Volk heran und leitet es; er vollzieht in der Person Christi das eucharistische Opfer und bringt es im Namen des ganzen Volkes Gott dar; die Gläubigen hingegen wirken kraft ihres königlichen Priestertums an der eucharistischen Darbringung mit und üben ihr Priestertum aus im Empfang der Sakramente, im Gebet, in der Danksagung, im Zeugnis eines heiligen Lebens, durch Selbstverleugnung und tätige Liebe.“ (LG 10)

Von daher hat die ganze Kirche Anteil an Herrschaft und Auftrag Christi, doch wird dies in unterschiedlicher Weise und in unterschiedlicher Verantwortung angenommen und ausgeführt. Das Sein und der Dienst der Kirche bedingen dann auch die Gestalt der Kirche.

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