Nach einem Jahrtausend der Trennungen und Spaltungen brach die Zeit der kirchlichen Sammlung an. Während das 19. Jahrhundert zu Recht als das Jahrhundert der Mission bezeichnet wurde, lässt sich das 20. Jahrhundert als „Das Jahrhundert der ökumenischen Bewegung“ beschreiben. Die Griechen verstanden unter „ökumene“ den vom Menschen erschlossenen Lebensraum der Erde. Auf weltlichem Gebiet werden heute stattdessen Begriffe wie „international“ und „universal“ angewendet, während auf geistlichem Gebiet der Begriff „ökumenisch“ eine weite Verwendung erfährt, ja mitunter geradezu revolutionär gebraucht wird. Schon in der vorchristlichen Antike kannte man dieses Wort, gemeint war damit die zivilisierte Menschheit, die damals mit dem römischen Reich identisch verstanden wurde.

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland e.V. (ACK) ist ein Zusammenschluss christlicher Kirchen, um die ökumenische Zusammenarbeit teils zu fördern, teils zu fordern, Spuren auf dem Wege zur Einheit der Kirchen zu verfolgen und zukünftig zu ziehen. Die Gründung erfolgte in Kassel an 1. März 1948 noch vor der Zusammenkunft der ersten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Amsterdam. Die ACK repräsentiert gegenwärtig ca. 50 Mio. Christen in Deutschland. Grundlegen und verbindlich sind „Die Leitlinien für die ökumenische Zusammenarbeit in den Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene“ wurden auf der Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main, 17. Oktober 2012, in 2. Aufl. beschlossen.

Im Jahr des 25-jährigen Jubiläums der Lima-Erklärung “Taufe, Eucharistie und Amt – Konvergenzerklärungen der Kommission für Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen” ist die wechselseitige Anerkennung der Taufe, die elf Kirchen am 29. April 2007 im Dom zu Magdeburg im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes unterzeichnet haben, ein wichtiger ökumenischer Schritt.

Die Charta Oecumenica ist ein Text, den alle Kirchen Europas gemeinsam erarbeitet haben. Die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland haben sie auf dem 1. Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin unterzeichnet. Die Kirchen wollen das ökumenische Miteinander auf dem europäischen Kontinent intensivieren, indem sie gemeinsame Regeln für die Praxis festlegen. Das kommt im Untertitel der Charta Oecumenica zum Ausdruck: „Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa“.

Seit der Gründung des Instituts für Ökumenische Forschung des Lutherischen Weltbunds (LWB) bestehen intensive Verbindungen und Formen der Zusammenarbeit mit dem Konfessionskundlichen Institut in Bensheim. Dieses war 1947 infolge der neuen konfessionellen Situation in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vom Evangelischen Bund gegründet worden. Zehn Jahre danach errichtete die römisch-katholische Erzdiözese Paderborn das Johann-Adam-Möhler-Institut für Konfessions- und Diasporakunde. Und als Konsequenz der ökumenischen Öffnung des Katholizismus durch das Zweite Vatikanische Konzil startete der Lutherische Weltbund wiederum rund zehn Jahre später die Arbeit seines Instituts in Strasbourg.

1. Selbstverständnis und Zielsetzung:
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), auch: Weltkirchenrat; engl. World Council of Churches (WCC), ist das organisatorische Herz und Zentrum der ökumenischen Bewegung mit Sitz in Genf. Der ÖRK verkörpert eine Art „Dachverband“ christlicher Kirchen und Konfessionen, der den Mitgliedskirchen als Ansprechpartner der Koordination ökumenischer Arbeit besonders in Fragen des ökumenischen und interreligiösen Dialogs dienen soll. Gemäß der „Basisformel“ der Verfassung ist der ÖRK „eine Gemeinschaft von Kirchen, die den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland bekennen und darum gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“