Die Protokolle des Vorstandes der Bundes-ACK und der Mitgliederversammlung der ACK spiegeln die Intensität der nun einsetzenden Arbeit. Auch wurde die Handreichung aus der ACK-BW von 2008 an die regionalen ACKs weitergeleitet. Ebenfalls verfasste noch im Februar 2010 die Ökumenische Zentrale (ÖC) ein Schreiben an alle Geschäftsführer/innen der regionalen ACKs zur Frage des „Umgangs“ mit der NAK seitens der ÖC.

Die theologischen Gespräche zwischen ACK, EZW und NAK wurden im Jahr 2012 weitergeführt und Ende des Jahres abgeschlossen. In der letzten Sitzung der Gesprächsgruppe im Dezember 2012 konnte auch der neue Katechismus der NAK in die Beratungen ein- bezogen werden. Er bietet wichtige Ansatzpunkte für eine ökumenische Zusammenarbeit mit der NAK. In dem der Mitgliederversammlung der ACK im März 2013 vorgelegten Bericht der gemeinsamen Gesprächsgruppe heißt es, dass der Willen der NAK deutlich geworden sei, „auf die anderen christlichen Kirchen zuzugehen und eine ausdrückliche ökumenische Zusammenarbeit mit ihnen zu suchen“. Die entsprechenden Veränderungen im Selbstverständnis und in der Lehre seien nun auch im Katechismus der NAK wiederzufinden, allerdings seien auch die Punkte nun benennbar, „an denen weiterhin Diskussionsbedarf“ bestehe.

Meine Lektüre des Katechismus hat mir überraschende neue Einsichten gebracht. Vor allem wird die ökumenische Öffnung fortgeschrieben. Des Weiteren wird deutlich gemacht, dass der Stammapostel in seinen Lehraussagen an die Bibel und die kirchliche Tradition gebunden ist. Dies führt dazu, dass nun erstmalig auch die alt- kirchlichen Bekenntnisse aufgenommen sind. Mit dieser Neuausrichtung wird unterstrichen, dass der Stammapostel keine neuen Offenbarungen empfängt. Im Blick auf die Bewertung der Kirchengeschichte bis zur „Wiedereinsetzung“ von Aposteln wird im Katechismus klargestellt, dass diese Geschichte nicht als reine Verfallsgeschichte betrachtet wird. Die Gesprächsgruppe hält hinsichtlich des ekklesiologischen Selbstverständnisses der NAK fest, dass man in einer gewissen Analogie zum Kirchenverständnis des II. Vatikanischen Konzils von einem gestuften Verständnis von Kirche sprechen könne, insofern in der NAK die Kirche Christi aufgrund des Apostelamtes und der Sakramente der Taufe, des Abendmahls und der Versiegelung voll verwirklicht sei, jedoch auch außerhalb ihrer Grenzen Kirche in der Geschichte gegenwärtig war und es auch in der Gegenwart sei.

Allerdings bleiben Probleme. Ich nenne nur wenige: das „Entschlafenenwesen“ (Sakramente für Verstorbene) und die detaillierte Zweiklassen-Eschatologie werden fortgeschrieben. Und ökumenisch besonders gravierend: Zwar gibt es in der Praxis eine gegenseitige Taufanerkennung. Doch gilt diese bei der NAK nur zum Teil, denn die „Wassertaufe“ muss durch das Sakrament der „Versiegelung“, das nur ein Apostel spenden kann, ergänzt werden. In dieser wird die unmittelbare Zugehörigkeit zur „Brautgemeinde Christi bei seiner Parusie vorweggenommen“.

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