Sie erheben ihre Hände beim Singen. Sie sprechen in unverständlichen Sprachen. Sie fallen zu Boden, weil sie das Wirken des Geistes als umwerfende Kraft erleben. Außergewöhnliche Ergriffenheitserfahrungen manifestieren sich bis ins Körperliche hinein. In enthusiastisch geprägten Gottesdiensten geht es um ein Frommsein mit Begeisterung, um die „Enttabuisierung der Glaubensemotion“. Im Zentrum stehen neben der Predigt Lobpreis, Segenshandlungen, ein Siegesbewusstsein im Kampf gegen die Mächte des Bösen.

Die Charta Oecumenica ist ein Text, den alle Kirchen Europas gemeinsam erarbeitet haben. Die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland haben sie auf dem 1. Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin unterzeichnet. Die Kirchen wollen das ökumenische Miteinander auf dem europäischen Kontinent intensivieren, indem sie gemeinsame Regeln für die Praxis festlegen. Das kommt im Untertitel der Charta Oecumenica zum Ausdruck: „Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa“.

Seit der Gründung des Instituts für Ökumenische Forschung des Lutherischen Weltbunds (LWB) bestehen intensive Verbindungen und Formen der Zusammenarbeit mit dem Konfessionskundlichen Institut in Bensheim. Dieses war 1947 infolge der neuen konfessionellen Situation in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vom Evangelischen Bund gegründet worden. Zehn Jahre danach errichtete die römisch-katholische Erzdiözese Paderborn das Johann-Adam-Möhler-Institut für Konfessions- und Diasporakunde. Und als Konsequenz der ökumenischen Öffnung des Katholizismus durch das Zweite Vatikanische Konzil startete der Lutherische Weltbund wiederum rund zehn Jahre später die Arbeit seines Instituts in Strasbourg.

Mit der Krönung Iwans VI. 1547 begann die knapp 400jährige Epoche des russischen Zarentums, dessen außenpolitische Rolle stets zwischen der Anbindung und der Distanzierung zu den europäischen Mächten schwankte. Durch die enge Verbindung der Staatsmacht mit der ROK wirkte sich das unmittelbar auf die Kirche aus.

Nach reformatorischem Verständnis gehören Eheschließung und Ehe in das weltliche Handeln Gottes. Auch die weltliche Existenz der Menschen mit ihren Ordnungen und erhaltenden Hand Gottes. Die Ehe gehört insofern zur Schöpfungsordnung, nicht zur Erlösungsordnung. Sie ist kein Gnadenmittel. Von der Versöhnung her fällt aber ein Hoffnungslicht auf die noch immer der Erlösung her werden die Orientierungen im Vorletzten, zu deren schönsten Gestalten die auf Dauer und Verlässlichkeit ausgerichtete, von Vertrauen geprägte Liebe zweier Partner zählt, konstituiert und korrigiert.

Lange gab es für die römisch-katholischen Kirche nur eine ökumenische Möglichkeit: die Rückkehr all derer, die sich aus ihrer Sicht von ihr getrennt hatten, in den Schoß der Mutter Kirche. Deshalb wurde auch die ökumenische Bewegung des 20. Jahrhunderts klar abgelehnt.

Zentrale liturgische Handlung der katholischen Kirche ist die Eucharistiefeier, meist Heilige Messe oder einfach Messe genannt. In der Einleitung zum Messbuch heißt es: „Als Werk Christi und des hierarchisch gegliederten Volkes Gottes ist die Feier der heiligen Messe für die Welt- und Ortskirche wie auch für jeden einzelnen Gläubigen Mitte des ganzen christlichen Lebens.

Die katholische Kirche kennt eine Fülle liturgischer Feiern und Formen und versteht sich selbst als eine Kirche, in der die Liturgie die Mitte kirchlichen Lebens ist. Von der Liturgie sagt das Zweite Vatikanische Konzil, sie sei „der Gipfel, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“.